03Mrz

Notfallmanagement für den ÖBB Lawinenwarndienst

Die Österreichische Bundesbahn ist beim Transport ihrer Fahrgäste nicht nur um Komfort und technische Sicherheit bemüht, sondern im Hintergrund werden noch diverse Prozesse im Naturgefahrenbereich beobachtet. Eine Abteilung funktioniert ähnlich wie die amtlichen Lawinenkommissionen der jeweiligen Länder und tituliert unter ÖBB Lawinenwarndienst als Untergruppe der ÖBB Infra(struktur). Die 65 Mitglieder der jeweiligen Lawinenkommissionen teilen sich auf die Bundesländer auf, wobei nicht jedes Bundesland über eine Kommission verfügt. Beispielhaft finden sich Kommissionen an der Arlbergstrecke, im Ausserfern, Böckstein – Mallnitz, Selztahl und noch einige mehr. Um in einer Kommission tätig werden zu können, müssen Mitarbeiter einen Anwärterstatus erreichen (Kurse, Arbeitstätigkeit) und in Folge werden sie zu Kommissionsmitgliedern. Die höchste Stufe, die es im Arbeiterkontext zu erreichen gilt, ist der Lehnenmeister. Er sorgt nicht nur für eine Beurteilung der Lawinengefahr, sonder ist insbesondere auch im Frühling, Sommer und Herbst mit Streckensicherungsarbeiten beschäftigt.

Im Rahmen des fünftägigen Kurses auf der Lizumer Hütte wurde heuer intensiv am Thema „Notfall Lawine – was tun?“ gearbeitet. In Workshops und Impulsreferaten wurden die Teilnehmer auf Lawinen-Notfall-Szenarien vorbereitet. Am vorletzten Tag bleib auch noch Zeit für einen kurzen Ausflug in die Welt der Kristalle, Körner, Schmelzformen und Schwachsichten – sprich der Beurteilung der Schneedeckenstabilität.

Die 15 Kursteilnehmer konnten bei der Notfallübung ihr Können selbstständig überprüfen bzw. aufgrund der häufigen Wiederholungen eine Handlungsroutine entwicklen. Die Klarheit bei Ressourcentscheidungen und die Struktur der Suchprozesse im Zusammenhang mit einer klassischen Lawinennotfallsituation war genauso gut gegeben, wie die gesamte Präventionsarbeit im Team bei der Planung und Vorbereitung für Geländetage. Dass die schriftliche Erfolgskontrolle manchen Teilnehmer am Schluss zwar kurz an den Nerven genagt hat, zum guten Ende dann aber doch für Alle ein Spass war, zeugt von einem erfolgreichen Kurs für die Teilnehmer und freut uns als Ausbilder.

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Paul Mair

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